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Wappen

Ursprung der Wappen

Die Entstehung unserer Familienwappen

Geschichte der Heraldik

Den Ursprung der Wappen finden wir in den bemalten Schilden, die im Mittelalter des 11. bis 13. Jahrhunderts im Kampf getragen wurden. Der farbig bemalte Kampfschild diente der Identifikation und machte Freund und Feind unterscheidbar. Es wurden dabei nur klar erkennbare Symbole und kräftige Farben verwendet, schließlich war zu erkennen was der andere "im Schilde führte" oft (über)lebenswichtig.


Herolde und Heraldik


Diese frühe Epoche der Heraldik ist die Blütezeit der sogenannten "Kriegs- oder Kampfheraldik". Auch das Wort "Wappen" ist vom Ursprung her gleichbedeutend mit "Waffen". Der sprachlich Zusammenhang besteht auch in anderen Sprachen wie zum Beispiel im Englischen "arms" oder im Lateinischen "armorum-insignia", - was soviel wie "Waffenabzeichen" heißt. Die Wappenkundigen dieser Zeit waren die "Herolde". Von der Bezeichnung des "Herolds" leitete sich der Begriff "Heraldik" ab, worunter man die Lehre von den Regeln der Wappendarstellung, die Grundlagen des Wappenwesens, der Wappenkunde versteht. Der Begriff Heraldik ist jedoch erst seit ca. 300 Jahren gebräuchlich. Der "Herold" im eigentlichen Sinn ist ein Bote und Verkünder mit der Aufgabe "des Heeres zu walten". Die sprachliche Herkunft geht sehr wahrscheinlich auf das althochdeutsche "hariwalt" zurück und ist später vom Altfranzösischen "herault" ausgehend in andere europäische Sprachen eingedrungen.


Turnierheraldik


In der Zeit der "Turnierheraldik" des 14. - 15. Jahrhunderts waren es die Herolde, die "turnierfähige" Ritter mit ihren Wappen aufzeichneten. (Man spricht von der Entwicklung der Kampf- zur Turnierheraldik) Wappen waren zuerst Zeichen einer bestimmten Person, die dann auf die Familie übertragen und weitergegeben wurden. Der ursprüngliche Zweck verlor sich endgültig mit dem Niedergang des Rittertums. Mit der gesellschaftlichen Festigung des Bürgertums fanden Wappen mehr und mehr ihre Verwendung im Privat- und Wirtschaftsleben. Vor allem mit dem Aufkommen des allgemeinen Siegelwesens fanden sie breite Anwendung.


Wappenverleihungen


Die im 14. Jahrhundert beginnenden Wappenverleihungen durch Landesregenten tragen ebenfalls zu einem weiteren Aufschwung des Wappenwesens bei. Der Erhalt oder die Bestätigung eines Wappens durch einen Regenten war jedoch keinesfalls, wie oft irrtümlich angenommen wird, in jedem Fall mit einer Erhebung in den Adelsstand verbunden! Das Recht auf ein Wappen bzw. die freie Annahme eines solchen wurde durch fürstliche Wappenverleihungen bzw. Bestätigungen nicht beeinträchtigt sondern lediglich ergänzt. Allerdings erlangten die Wappenführenden durch ein herrschaftliches Diplom (Wappenbrief) einen damit verbundenen Schutz ihres Wappens.


Mit der Zeit des Beginns der sogenannten "Kanzleiheraldik" des 16. bis 17. Jahrhunderts treten einstige Gestaltungsregeln in den Hintergrund. Einen "Niedergang" in diesem Sinne erlebte die Heraldik im Zeitalter der Aufklärung des 18. Jahrhunderts. Mit dem Aufkommen des Historismus im 19. Jahrhundert, wurden wieder Wappen geschaffen die ursprünglichen Regeln Rechnung trugen. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts fanden auch bedeutende heraldische Gesellschaften ihre Gründung, die im deutschsprachigen Raum bis heute auf privatrechtlicher Ebene als Vereine die Heraldik pflegen. In Deutschland der "Herold - Verein für Heraldik Genealogie und verwandte Wissenschaften" in Berlin

( http://www.herold-verein.de )

in Österreich die heraldisch genealogische Gesellschaft "Adler"

( www.adler-wien.at ) in Wien; in der Schweiz die "Schweizerische Heraldische Gesellschaft" ( www.schweiz-heraldik.ch ) in Salavaux.


Neben diesen drei Vereinigungen die ihre Forschungsarbeit auf solides Fundament stellen, bemühten und bemühen sich so einige weitere, zum Teil erst in den letzten Jahrzehnten gegründete Institutionen/Vereine darum Wappen zu erfassen und aufzuzeichnen. Zu einem tragen alle bei:

Wappen und ihren grundsätzlichen Sinn als individuelle Bildzeichen einer Familie, Person oder auch Körperschaft, im Bewußtsein unserer sich rascher als je zuvor verändernden Gesellschaft zu bewahren!

Mit der Geschichte unserer Vorfahren eng verbunden, sind Wappen ein Spiegel der Vergangenheit und gleichzeitig kulturelles Erbe! Heute mehr denn je ein Ausdruck von Individualität!

Wappenbrief Innerhofer, aus dem 19. Jahrhundert

Wappenbrief a. d. 19. Jahrhundert
(Familie Innerhofer)

Aus „Grosses und allgemeines Wappenbuch“, (G. Seyler) 1888